Die Pocken

Die Pocken sind die einzige Infektionskrankheit, die von der Menschheit vollständig ausgerottet worden ist. Das erste Mal kamen Pocken als wellenhafte Epidemien, aber bereits im Mittelalter war es permanent unter Menschen registriert. Nur in Europa starben davon anderthalb Millionen Menschen pro Jahr.

Die Menschheit hat versucht zu kämpfen. Im 8. Jahrhundert haben Hindus herausgefunden, dass Pockenkranke nur einmal im Leben darunter litten, und dann entwickelte eine infizierte Person Immunität gegen die Krankheit. Aufgrund dessen wurde die Variolation erfunden. Man infizierte gesunde Menschen von Patienten, indem Eiter von den Blasen in die Haut oder die Nase eingerieben wurde. In Europa wurde Variolation erst im 18. Jahrhundert gebracht.

Am 14. Mai 1796 trug ein englischer Arzt Edward Jenner auf zwei Einschnitten auf der Haut eines achtjährigen Jungen den Inhalt der Blasen aus der Hand einer Bäuerin auf. Sarah war an Kuhpocken erkrankt – eine ungefährliche Krankheit, die von Kühen auf Menschen übertragen wurde. Am 1. Juli hat der Arzt dem Jungen die echten Pocken eingeflößt, und diese haben sich nicht eingewohnt.  Seit dieser Zeit begann die Geschichte der Besiegung von Pocken auf dem Planeten.

Der endgültige Plan zur Vernichtung von Pocken in der Welt wurde von sowjetischen Ärzten entwickelt, und 1967 von der Weltgesundheitsversammlung angenommen.

Die Pest

Die Welt erlebte drei Pandemien der Pest: „Justinian“ (551-580), „schwarzer Tod“ (1346-1353) und die Pandemie des späten 19. – frühen 20. Jahrhunderts. Ab und zu brachen auch lokale Epidemien aus. Gegen die Krankheit kämpfte man mit der Quarantäne und später durch Desinfektion der Wohnungen mit Karbol.

Der erste Impfstoff wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Vladimir Khavkin entwickelt.

Die eigentliche Behandlung kam aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als sowjetische Ärzte das frisch erfundene Streptomycin bei der Beseitigung der Pest in der Mandschurei 1945-1947 einsetzten.

Die Tuberkulose

Der Sieg über Tuberkulose ist eher bedingt. Seitdem Robert Koch 1882 den Erreger Mycobacterium tuberculosis entdeckte, sind 130 Jahre vergangen. Der erste Impfstoff wurde 1921 am Institut Pasteur entwickelt und wird immer noch verwendet. Dies ist das gleiche BCG, das den Neugeborenen geimpft wurde. Es lässt zwar Besseres wünschen, und variiert unerklärlicherweise von Land zu Land, von Klinik zu Klinik bis zur totalen Nutzlosigkeit.

Ein echter Durchbruch gelang 1943, als Zelman Waxman Streptomycin entdeckte, das erste gegen Tuberkulose wirksame Antibiotikum. Waxman ist ein weiterer jüdischer Einwanderer aus der Ukraine, der 1910 in die Vereinigten Staaten ging. Übrigens führte er den Begriff „Antibiotikum“ ein. Streptomycin wurde seit 1946 mit unverändertem Erfolg verwendet, wofür Waxman den Nobelpreis bekommen hat. Aber in einigen Jahren traten Formen von Tuberkulose auf, die gegen die Medizin resistent waren, und jetzt kann dieses Antibiotikum überhaupt nicht mehr heilen.

Tuberkulose ist jetzt im Prinzip heilbar. Es sind wirksame Methoden und antimikrobielle Mittel bekannt, wenn die Erstlinientherapie nicht hilft, wird eine so genannte Reserven-Therapie vorgeschrieben. Die Anzahl der Kranken sinkt aber nicht. Und es bleibt nur zu hoffen, dass man in der näheren Zukunft die Krankheit endgültig besiegt.

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